Agrarpolitische Ein- und Ansichten eines Bio-Bauern

bei der Aussaat von Chicorée
bei der Aussaat von Chicorée

Bei den Beiträgen handelt es sich um die ganz persönlichen Meinungsäußerungen von

 

Klaus Feick


Vom Winde verweht

Kilometerweite Giftfracht durch die Luft

Ein wichtiges Anliegen der Ökobauern ist die Produktion unbelasteter Lebensmittel.  Eine Qualität von Bio-Lebensmitteln resultiert demnach aus der Kontrolle eines sauberen Produktionsprozesses ohne die Verwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln. Folgerichtig sind Bio-Produkte häufig frei von Pestizidrückständen oder weisen zumindest deutlich geringere Belastungen auf. Einen Anspruch auf Rückstandsfreiheit können jedoch auch Bio-Produkte nicht erheben, da auch deren Produktion Umwelteinflüssen ausgesetzt ist, die Bio-Bauern nicht beeinflussen können. Die Abdrift von Pflanzenschutzmitteln aus der konventionellen Landwirtschaft ist daher seit jeher eine Belastungsquelle für Pflanzenschutzmittelrückstände und sehr problematisch.

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Schau ins Feld!

Der Industrieverband Agrar klärt auf

Was passiert, wenn auf Pflanzenschutz verzichtet wird?

Darüber möchte der Industrieverband Agrar die Verbraucher/-innen ganz praxisnah aufklären und zeigen, wie wichtige Pflanzenschutz für gesunde Kulturpflanzen ist, denn Zitat: „ Unkräuter, Schädlinge und Krankheiten sorgen dafür, dass es nicht viel zu ernten gibt, wenn man sie nicht bekämpft“.  Hierzu hat der Verband erstmalig 2015 die Aktion „Schau ins Feld“ ins Leben gerufen, zu der er auch jetzt wieder aufruft.  Dabei fordert der Verband Landwirte dazu auf, an Feldrändern entlang von stark frequentierten Straßen oder Wegen keinerlei Pflanzenschutzmaßnahmen durchzuführen. Auf der unbehandelten Fläche ist laut Verband bald nur noch wucherndes Unkraut über verkümmerten oder verfaulten Pflanzen zu sehen. Dazu verteilt der Verband kostenlos Schilder an die teilnehmenden Landwirte, um auf die Aktion und die dringende Notwendigkeit der Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel hinzuweisen, denn „Der Nutzen des modernen Pflanzenschutzes erschließt sich auf den ersten Blick“.  Vorbei kommende Fußgänger oder Radfahrer sollen  durch die Ansicht der „unkrautwuchernden Schau-Fenster“ von der Notwendigkeit des chemischen Pflanzenschutzes überzeugt werden. Obendrein werden die engagiertesten Landwirte als „Pflanzenschützer des Jahres“ geehrt und erhalten einen Gratis-Besuch der Grünen Woche.

 

Ist das nicht endlich einmal eine preisverdächtige, weil vorbildliche, seriöse und fachlich fundierte Form der Verbraucheraufklärung oder ist das eher eine besonders dreiste Form von Lobbyismus und Verbraucherverdummung?

 

 

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Von allen guten Geistern verlassen

Minister Schmidt sorgt für Fassungslosigkeit

Am liebsten würde ich in Abwandlung Joschka Fischer zitieren: „Mit Verlaub Herr Minister, Sie sind……“ Doch selbst im größten Ärger bewahre ich mir noch mehr Anstand als besagter Herr Minister.

 

Bisher ist der noch amtierende Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) nicht durch Taten, sondern eher durch wenig aussagekräftige Worte und vor allem durch das Verfassen etlicher unverbindlicher Papiere aufgefallen. Staatliches Tierschutzlabel oder sein „berühmtes“ Grünbuch, in dem er die Leitlinien der zukünftigen Agrarpolitik vorstellt, sind hierfür prominente Beispiele.

Doch nun, wo das Ende seiner Amtszeit in Sicht ist und er sein Amt nur noch geschäftsführend ausübt, läßt er es so richtig krachen.

 

 

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Sag mir, wo die Vögel sind

Ornithologen schlagen Alarm. Die Artenvielfalt, insbesondere bei den Feldvögeln, nimmt dramatisch ab, wie der jüngste Brutvogelatlas belegt. Seit 1980 verschwanden in Deutschland mehr als die Hälfte der Wiesenvögel. In vielen Agrarlandschaften sind einst typische Arten wie Rebhuhn, Feldlerche oder Kiebitz nicht mehr zu finden.

Die Intensivierung der Landwirtschaft ist die Hauptursache für den Artenrückgang bei den Vögeln. Durch Entwässerung und Umbruch von Grünland gehen wichtige Lebensräume verloren, ebenfalls durch immer weniger werdende Kulturen und engere Fruchtfolgen auf dem Acker.

 

Der wichtigste Grund aber ist der Einsatz von Pestiziden, wodurch die Nahrungsgrundlage der Vögel vernichtet wird.

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Land Grabbing in Deutschland ?

Bodenrecht muss dringend reformiert werden

Die Preise für Agrarland sind in Deutschland zwischen 2005 und 2015 um durchschnittlich 116% gestiegen, in Ostdeutschland sogar überdurchschnittlich um bis zu 350%. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Der Boden als Grundlage der Landwirtschaft ist nicht vermehrbar. Vielmehr sinkt die landwirtschaftlich nutzbare Fläche in Deutschland jeden Tag um mehrere Hektar (1ha = 10.000 m²). Zwischen 1994 und 2014 sind alleine 860.000 ha landwirtschaftlich genutzte Fläche unter Beton und Asphalt verschwunden für Gebäude- und Straßenbau. Hinzu kommen die seit Jahren niedrigen Zinsen. Rentable Geldanlagen sind daher rar gesät und der Kauf von Ackerland verspricht hohe Renditen. Entsprechend aktiv sind beim Ackerkauf inzwischen daher auch in Deutschland außerlandwirtschaftliche Investoren, die sich eine stabile Geldanlage mit hoher Rendite versprechen.

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Die Zukunft der GAP - Die Zukunft der Was?

Online-Befragung zur Europäischen Agrarpolitik gestartet

GAP ist das Fachkürzel für die Gemeinsame Agrar-Politik der EU. Die Agrarpolitik ist der erste Politikbereich, der EU-weit geregelt wurde und geht bereits auf das Jahr 1962 zurück. Die Tatsache, dass die Agrarpolitik der einzige Bereich ist, der EU-weit geregelt und finanziert wird, erklärt übrigens auch, warum das Agrarbudget einen so großen Anteil am EU-Haushalt ausmacht. Aktuell beträgt dieser knapp 40% des EU-Haushalts.

 

Die GAP verfolgte von Beginn an das Ziel, die europäische Landwirtschaft konkurrenzfähig im Vergleich zu dem Weltmarkt zu halten. Dabei standen am Anfang vor allem Preis-Garantien im Vordergrund, die zu dem berühmten „Butterberg“ führten, in dem eine Milchproduktion zu garantierten Preisen subventioniert wurde ohne dass dafür Absatzkanäle vorhanden waren. Im Laufe der Jahre wurden die Preisgarantien abgeschafft und durch produktionsunabhängige Direktzahlungen bezogen auf die Fläche ersetzt (=1. Säule der GAP). Diese Direktbeihilfen werden ergänzt durch länderspezifische Programme zur Entwicklung des ländlichen Raums (=2. Säule der GAP). Zu den Programmen der 2. Säule gehören Agrarumweltmaßnahmen wie z.B. Blühstreifen und auch der Ökologische Landbau, aber auch der Ausbau des Breitbandnetzes auf dem Land oder der Wegebau.  Während die Direktbeihilfen zu 100% EU-finanziert sind, müssen die Programme der 2. Säule durch Bund und Bundesländer kofinanziert werden. Dies hat zur Folge, dass je nach Haushaltslage der Länder Agrarumweltmaßnahmen wie der Ökolandbau unterschiedlich stark gefördert werden. Aktuell fördert  z.B. das Saarland keine neuen Betriebe, die auf Ökolandbau umstellen möchten, da die Landeskasse leer ist (so zumindest die offizielle Begründung).
Die offizielle Begründung für die Direktbeihilfen wiederum ist, dass die europäischen Landwirte Einkommensbeihilfen brauchen, da ihr Einkommen im Vergleich zur Nicht-Landwirtschaft deutlich niedriger liegt und dass sie im Vergleich zu außereuropäischen Landwirten höhere Umweltstandards zu befolgen haben und daher teurer produzieren müssen und damit auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig sind. Das lassen wir einfach mal so stehen.
Die derzeitige Förderpraxis  der pauschalen Flächenzahlung führt aber dazu, dass ein Teil des Geldes gar nicht bei den Landwirten ankommt, sondern zu einem gewissen Teil über den Pachtpreis direkt bei den Landeigentümern landet bzw. bei wenigen agrarindustriellen Großbetrieben oder gar Industriekonzernen. So gehört z.B. die Südzucker AG, der weltweit größte Zuckerproduzent mit Sitz in Mannheim, zu den größten Empfängern landwirtschaftlicher Subventionen in Deutschland.

Es gibt also großen Korrekturbedarf an der GAP.

 

Auch Sie können sich in diese Diskussion einbringen!

 

 

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Die Landflucht der Bienen

Nicht nur die Menschen zieht es immer mehr in die Stadt, sondern auch die Bienen. Diesen Eindruck kann man gewinnen, wenn man sich die Entwicklung der Bienenvölker und die der Imkereien anschaut. Deren Anzahl steigt nämlich erfreulicherweise seit einigen Jahren wieder an. Und dabei erlebt vor allem das Imkern in der Stadt einen regelrechten Boom.

Bienenhaltung in der Stadt, ist das nicht aber ein Widerspruch in sich?

 


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Vogelgrippe - Alles klar und im Griff?

Die Vogelgrippe oder Geflügelpest ist eine Viruserkrankung bei Vögeln, hervorgerufen durch Influenza-Viren. Infolge von Genveränderungen entstehen hierbei ständig neue Varianten hochpathogener Viren. Aktuell sorgt der Typ H5N8 für Aufregung. Befallen werden hiervon neben verschiedenen Wildvögeln vor allem Wasservögel und Hausgeflügel. Für Menschen ist das Virus hingegen ungefährlich. Als Infektionsquelle gelten Wildvögel, die über Luft oder Kot per Tröpcheninfektion Nutzgeflügel infizieren könnten.

Als eigentliche Gefahr wird daher die Infektion von Hausgeflügelbeständen und in der Folge die rasche Ausbreitung innerhalb dieser Bestände betrachtet. Als Konsequenz werden alle Hausgeflügelbestände getötet, in denen auch nur ein infiziertes Tier auftritt bzw. in deren Umgebung die Vogelgrippe nachgewiesen wurde, d.h. es werden rein vorbeugend auch massenhaft gesunde Tiere getötet. 2009 wurden z.B. alleine in der Region Cloppenburg in Niedersachsen über 550.000 Tiere getötet.

Um Geflügelbestände vor einer Infektion, z.B. durch Zugvögel, zu schützen gilt derzeit noch in vielen Bundesländern eine Stallpflicht für Geflügel. Doch ist damit nun alles gut?

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Neue Bauernregel braucht das Land

Die Landwirtschaft hat in nahezu allen Bereichen Einfluss auf den Umweltschutz. Klima- oder Grundwasserschutz sind hierfür nur zwei wichtige Beispiele. Daher sind in der Regel auch die politische Verantwortlichkeit für Landwirtschaft und Umwelt in einem Ministerium angesiedelt. Nicht so jedoch derzeit im Bund. Dort verantwortet Ministerin Hendricks (SPD) das Umweltressort, während Minister Schmidt (CSU) das Landwirtschaftsministerium innehat. Konflikte sind hier zwangsläufig vorprogrammiert, zumal beide noch unterschiedlichen Parteien mit unterschiedlichen Zielsetzungen angehören.

Ministerin Hendricks erzürnt daher immer wieder die Bauernschaft, in dem sie sich in landwirtschaftliche Belange einmischt. Mal war es der Vorschlag für eine neue EU-Agrarförderung ab 2020, jüngst sind es die von ihr neu aufgestellten „Bauernregeln“, für die sie öffentlichkeitswirksam auf Plakaten werben wollte. Dabei nimmt sie vor allem Misstände in den Fokus, durch neue Bauernregeln wie z.B.: „Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein“ oder „Gibt´s nur Mais auf weiter Flur, fehlt vom Hamster jede Spur“. Für diese jüngste Kampagne erntete sie heftige Kritik von Landwirtschaftsverbänden und Landwirtschaftsminister Schmidt, die darin eine Diffamierungskampagne gegen die Landwirte sehen. Der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes und der Landwirtschaftsminister von Baden-Württemberg forderten gar den Rücktritt der Umweltministerin. Als Reaktion ruderte Frau Hendricks zurück und stoppte die Plakataktion. Zu Recht?

 

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Dauerstreit Glyphosat

Der Streit um die Wiederzulassung von Glyphosat reduziert sich in der öffentlichen Diskussion häufig alleine auf die Frage des Krebsrisikos. Natürlich wäre dies der sofortige K.O. für Glyphosat. Darum wird um diese Einschätzung auf politischer Ebene auch heftigst gerungen.


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